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Server laggt – CPU, RAM & Disk sofort prüfen

Dein Server reagiert langsam, Verbindungen hängen oder Dienste sind träge? Diese Anleitung hilft dir, die Ursache systematisch zu finden und zu beheben. Wir gehen Schritt für Schritt von den häufigsten zu den spezielleren Ursachen.

Hinweis: Detaillierte Unterseiten zu Monitoring und Optimierung findest du in der linken Navigation.

1. Aktuelle Auslastung prüfen

Der erste Blick sollte immer der aktuellen Server-Auslastung gelten. Verbinde dich per SSH und führe folgende Befehle aus:

htop – die wichtigste Anlaufstelle

htop

Hier siehst du CPU- und RAM-Nutzung in Echtzeit. Anders als das einfachere top zeigt htop farbige Balken und lässt sich mit der Maus bedienen. Achte auf:

Prozesse sortieren und analysieren

In htop drückst du F6 und wählst PERCENT_CPU oder PERCENT_MEM zum Sortieren. Die obersten Prozesse sind die Verursacher. Häufige Übeltäter:

2. Speicherplatz prüfen

Eine volle oder fast volle Festplatte kann den Server extrem verlangsamen. Prüfe mit:

df -h

Die Ausgabe zeigt alle Partitionen mit Größe, verwendetem und freiem Speicherplatz. Achte besonders auf:

Speicherfresser finden

du -sh /* 2>/dev/null | sort -rh | head -10

Zeigt die 10 größten Ordner im Root-Verzeichnis. Meist sind es:

Schnell aufräumen

# Alte Logs löschen (älter als 30 Tage)
find /var/log -type f -name "*.log" -mtime +30 -delete

# Journald-Logs auf 500 MB begrenzen
journalctl --vacuum-size=500M

# Docker aufräumen (ungennutzte Images, Container, Volumes)
docker system prune -af

# apt-Cache leeren (Debian/Ubuntu)
apt clean

3. Hohe CPU-Last – die häufigsten Ursachen

Ein einzelner Prozess als Verursacher

Mit htop sortierst du nach CPU-Nutzung. Steht ein Prozess weit oben mit 80-100%, ist das der Übeltäter. Häufige Szenarien:

Viele kleine Prozesse

Drück in htop Shift+H um Threads auszublenden und nur Hauptprozesse zu sehen. Sind es hunderte ähnliche Prozesse (z.B. php-fpm Worker), liegt die Ursache oft in der Konfiguration. Reduziere die Anzahl der Worker in der jeweiligen Konfigurationsdatei.

Cronjobs als heimliche Bremsen

# Alle Cronjobs aller Benutzer anzeigen
for user in $(cut -f1 -d: /etc/passwd); do echo "=== $user ==="; crontab -u $user -l 2>/dev/null; done

Prüfe ob mehrere Cronjobs zur gleichen Minute starten und sich gegenseitig blockieren. Verteile sie zeitlich mit Minuten-Abständen.

4. Hohe RAM-Nutzung – was tun?

RAM-Verbraucher identifizieren

# Top 10 Prozesse nach RAM sortiert
ps aux --sort=-%mem | head -11

Cache vs. echte Nutzung verstehen

Linux nutzt freien RAM als Disk-Cache. Das ist normal und erwünscht. Erst wenn der "available"-Wert in free -h gegen Null geht, hast du ein echtes RAM-Problem. Beispiel:

$ free -h
              total        used        free      shared  buff/cache   available
Mem:           15Gi       8,2Gi       1,3Gi       234Mi       6,1Gi       6,8Gi

Hier sind 6,8 GB verfügbar – obwohl "used" 8,2 GB zeigt. Der Server hat kein RAM-Problem.

Swap-Nutzung analysieren

Wird Swap verwendet, fehlt RAM:

# Swap-Nutzung in Echtzeit sehen
watch -n 1 free -h

# Welcher Prozess nutzt wie viel Swap?
for file in /proc/*/status ; do
    awk '/VmSwap|Name/{printf $2 " " $3}END{ print ""}' $file
done | grep -v " 0 kB" | sort -k 2 -n -r | head -10

RAM freigeben (falls nötig)

# Caches leeren (nur temporär – füllen sich wieder auf)
sync && echo 3 > /proc/sys/vm/drop_caches

Wichtig: Das ist nur eine Notlösung. Die Caches helfen dem System, schneller zu sein. Langfristig brauchst du mehr RAM.

5. I/O-Wait – wenn die Festplatte bremst

Zeigt htop hohe Werte unter "wa" (I/O-Wait), wartet die CPU auf die Festplatte. Installiere iotop für die Analyse:

iotop -o

Zeigt nur Prozesse, die tatsächlich I/O verursachen. Häufige Ursachen:

6. Netzwerk-Probleme erkennen

Latenz und Paketverlust

ping -c 100 google.com

Am Ende siehst du die Statistik. Paketverlust über 1% oder schwankende Latenzen deuten auf Netzwerkprobleme hin.

Netzwerkpfad analysieren mit mtr

mtr google.com

mtr kombiniert ping und traceroute in Echtzeit. Du siehst jeden Hop zwischen dir und dem Ziel mit Latenz und Paketverlust. Ein einzelner Hop mit hohem Verlust ist oft das Problem.

Bandbreiten-Nutzung in Echtzeit

iftop -i eth0

Zeigt welche Verbindungen wie viel Bandbreite nutzen. Nützlich um zu sehen ob ein einzelner Client den Server flutet.

7. DDoS-Angriff als Ursache?

Verdächtige Verbindungen erkennen

# Top 20 IPs nach Anzahl Verbindungen
netstat -ntu | awk '{print $5}' | cut -d: -f1 | sort | uniq -c | sort -nr | head -20

Viele Verbindungen von einer einzigen IP (besonders auf einem einzelnen Port) sind ein starkes Indiz für einen Angriff.

SYN-Flood erkennen

netstat -ant | grep SYN_RECV | wc -l

Hunderte oder tausende SYN_RECV-Verbindungen deuten auf einen SYN-Flood-Angriff hin. Bei NexoraHost greift in diesem Fall automatisch der Arbor-DDoS-Schutz – du musst nichts tun.

8. V-Server spezifisch: Überbuchung spürbar?

Bei V-Servern teilst du dir den Host mit anderen Nutzern. Deren Last kann deine Performance beeinflussen. Anzeichen:

Lösung: Upgrade auf einen Rootserver mit dedizierten Ressourcen. Da gehört die gesamte Hardware-Leistung nur dir.

9. Dauerhafte Performance-Überwachung einrichten

Damit du Probleme frühzeitig erkennst:

# Netdata installieren (leichtgewichtiges Monitoring)
bash <(curl -Ss https://my-netdata.io/kickstart.sh)

Netdata läuft auf Port 19999 und zeigt detaillierte Graphen zu CPU, RAM, I/O, Netzwerk und vielem mehr. Ideal um Muster über Tage und Wochen zu erkennen.

10. Schnell-Checkliste von oben nach unten

  1. htop: CPU, RAM, Load Average, Swap prüfen
  2. df -h: Speicherplatz kontrollieren, ggf. aufräumen
  3. MySQL SHOW FULL PROCESSLIST: Langsame Queries identifizieren
  4. iotop: Festplatten-I/O analysieren
  5. mtr: Netzwerkpfad testen
  6. netstat: Verdächtige Verbindungen prüfen
  7. Cronjobs: Zeitliche Überschneidungen finden
  8. Nicht genutzte Dienste: Stoppen und deaktivieren
  9. Logs: Alte Logs löschen, Rotation einrichten
  10. V-Server: CPU-Steal prüfen, ggf. auf Rootserver upgraden

Ausführliche Anleitungen zu jedem Punkt findest du in den Artikeln der linken Navigation. Bei anhaltenden Problemen kontaktiere unseren Support über das Kundenpanel.

Siehe auch: Server-Monitoring · Root Server tunen · Pterodactyl optimieren · Gameserver Hub

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